Bell AH-1 "Cobra" /
Bell Modell 209
- Die Saga des ersten
Kampfhubschraubers
1. Vorwort
Vor 40 Jahren hatte ein neuer Hubschraubertyp seinen Erstflug. Die
Vorgaben der U.S. Army an eine Übergangslösung bis
zur Einführung des AAFSS, welches die AH-56
„Cheyenne“ gewann, sollte lediglich 5 Jahre dauern.
Doch nach nur wenigen Jahren im Einsatz bei der Army in Vietnam,
verzichtete diese auf den Hochtechnologieträger AH-56 und
bestellte stattdessen schlussendlich über 1600 Cobras. Mit der
Einführung der HueyCobra wurde erstmals ein reinrassiger
Kampfhubschrauber in den Kampf geschickt, der sich seinen Platz auch
noch heute bei einigen Luftwaffen sichern konnte.
2.
Geschichte
2.1. Entwicklung der Cobra
Die Saga der Cobra-Familie begann 1964 mit dem Wettbewerb der U.S. Army
für das Advanced Aerial Fire Support System (AAFSS), welches
als Nachfolger der Bell Sioux durch den Lockheed AH-56
„Cheyenne“ gewonnen wurde. Aufgrund der
hochgesteckten Anforderungen, welche den Hersteller straucheln liessen
und den damit verbundenen hohen Kosten forderte die U.S. Army zu Beginn
des Vietnamkonfliktes eine auf einem bestehenden Hubschrauber
basierende Zwischenlösung für einen Kampf- und
Begleitschutzhubschrauber. Schon zu Beginn des Vietnamkrieges erkannte
die U.S. Army den Bedarf an Luftunterstützung für die
Bodentruppen (CAS) durch den Hubschrauber, den so genannten
„Gunships“. Bell hatte zwischenzeitlich auf eigene
Kosten auf Basis des Models 204, genauer der UH-1C
“Iroquois”, mit dem Konzept der Sioux Scout das
Modell 209 entwickelt. Dieses konnte sich gegen die Boeing-Vertol
CH-47A "Chinook", Kaman UH-2, Piasecki 16H Pathfinder und den Sikorsky
S-61 durchsetzen. Das Modell 209 erhielt im April 1966 von der U.S.
Army den Auftrag zur Produktion von zwei Vorserienmaschinen und kurz
darauf zur Serienproduktion von 110 AH-1G
„HueyCobra“. Dabei konnte das Model 209 bereits
eine Woche nach Auftragserteilung der erste Prototyp am 7. September
1965 seinen Erstflug absolvieren. Ab diesem Zeitpunkt wurden bei der
Bell Helicopter Corp. of Bell Aircraft Corporation in Fort
Worth, Texas in den USA über 1600 Cobras hergestellt, wovon
1024 Stück alleine an die U.S. Army gingen. Der AH-1 Cobra war
der erste in Serie gefertigte Hubschrauber, der primär
für die reine Angriffsrolle vorgesehen war. Zum heutigen
Zeitpunkt werden keine neuen Maschinen mehr produziert, doch AH-1W auf
den AH-1Z-Stand aufgerüstet. Im Jahre 1972 stoppte die U.S.
Army dann auch die Förderung der AH-56
„Cheyenne“ wobei bei einer späteren
Ausschreibung der Hughes AH-64 „Apache“ das Rennen
machte. Durch sein revolutionäres Design wurde die Cobra zum
Vorbild für die viele heutige Kampfhubschrauber. In der
Zwischenzeit wurde das Interesse für diesen Helikoptertyp auch
beim US Marine Corps geweckt, welches 1968 den AH-1J erwarb. In den
frühen 70er Jahren prüfte die US Army die
Panzerabwehrfähigkeiten des mit TOW bewaffneten AH-1. Die
Tests waren ausgesprochen erfolgreich, wodurch die gesamte
Panzerabwehrdoktrin der US Army in den 80er-Jahren Jahrzehnten
beeinflusst wurde. Mit dem Ende des kalten Krieges und der
Neuausrichtung der U.S. Army auf Netcentric Warfare und den anhaltenden
Einsätzen im besetzen Irak und in Afghanistan wechselten die
Prioritäten. So muss die AH-1Z Ziele mit chirurgischer
Präzision über die Sichtweite der gegnerischen
Kämpfer bekämpfen können. Dabei sollte zudem
auch kein Kolateralschaden entstehen.
2.2. Einführung
bei der U.S. Army
Im Juni 1967 wurden die ersten 110 Serienmaschinen AH-1G
„HueyCobra“ an eine Einführungseinheit der
Army Aviation School in St.Louis geliefert. Zu Beginn wurde der Cobra
hauptsächlich gegen so genannte „weiche
Ziele“ eingesetzt.
2.3.
Kampeinsätze weltweit
1967 USA /
Nordvietnam
Die U.S. Army verwendet zu Beginn der Vietnamkampagnen mit MG und
Raketenwerfern bewaffnete UH-1B, welche in dieser Konfiguration
„Cobra“ genannt wurden. Doch diese UH-1B waren
insgesamt zu langsam und zu wenig agil. Die ersten AH-1G wurden ab
August 1967 auf der Bien Hoa Air Force Base in Südvietnam
stationiert. Schon bald nach deren Verlegung wurde aus einem
Aufklärungseinsatz der erste Kampfeinsatz. Die HueyCobra wurde
anfangs des Vietnamkrieges als fliegende Artillerie zur
Unterstützung der luftmobilen Einheiten angefordert. Oft wurde
er auch als Begleitschutzhubschrauber für
Transporthubschrauber genutzt. Dabei wurden Transporteinheiten als
„white-team“ und die Kampfhubschraubereinheiten als
„red-team“ benannt. Zusammen mit dem kleinen und
wendigen Hughes OH-6A Cayuse Aufklärungshubschrauber wurden
„pink-teams“ oder so genante „hunter
killer-teams“ zusammengestellt. Dabei suchten die Cayuse im
Tiefstflug potentielle Ziele, markierten sie mit Phosphor-Handgranaten
während die HueyCobras aus grosser Höhe herabstiessen
und das Ziel mit einem Teppich von ungelenkten Raketen belegten. Das
Turm-MG war zwar genauer, doch wegen dessen beschränkte
Feuerkraft und Reichweite bevorzugten die CPG oft zwei oder gar vier
Behälter der ungenauen 70mm-Raketen. Diese wurden in einer
Salve auf das Ziel losgefeuert. Die Verluste von 292 Maschinen (180
Totalverluste sowie 112 nicht mehr zu reparierende beschädigte
Maschinen) waren relativ hoch. So ergab sich rein rechnerisch, dass bei
jedem 300. Einsatz eine AH-1G verloren ging.
<o:p>
</o:p>
Bell AH-1G "Cobra" der 1. Luftkavallerie der
U.S. Army mit zwei verschiedenen Behältern für
ungelenkte 70mm-Zuni-Raketen. Quelle: Internet
1970
Pakistan / Indien
Die
pakistanische
Armee war auch einer der frühen Nutzer der AH-1J International
Cobra, welche ihnen vom Iran geliefert wurden. Erstmals zum
Kampfeinsatz kamen diese 1975 bei Aufständen in der
Baluchistan Provinz gegen Rebellen. Noch heute werden Taliban und Al
Kaida-Terroristen in der Region Waziristan mit Cobras
bekämpft. So werden seit 2000 Operationen gegen
Aufständische Kriegsfürsten der Bugri und
Marri-Stämme der Nawab Akbar Khan Bugti und Balochistan
Liberation Army bekämpft. Hierzu erhielte die pakistanische
Armee 2006 in Puerto Rico revidierte AH-1F „Cobra“.
1980 Iran / Irak
Während
der Kampfhandlungen kam es auch zu Luftkämpfen zwischen den
iranischen AH-1J Cobras mit irakischen Mi-24D
“Hind”. Die Verluste betrugen 10 Cobras bei 6
abgeschossenen Mi-24. Weiter wurden 1988 zwei Cobras von sowjetischen
MiG-23 “Flogger” abgeschossen, als diese in den
afghanischen Luftraum eindrangen und dort Ziele bekämpften.
1982 Israel / Libanon (Peace for Galilee)
Nachdem die
von
diversen arabischen Staaten unterstützte Terrororganisation
„PLO“ sich im Libanon eine permanente Basis bzw.
einen Staat im Staate eingerichtet hatte und dort
Selbstmordattentäter ausbildeten und nach Israel aussandte,
wurde die Situation in Nordisrael unhaltbar. So wurden zuerst 1979
Terroristenlager angegriffen. Im Jahre 1982 wurde nach einer
Luftoffensive und der Zerschlagung der FlaRak-Hochburg im Bekaa-Tal
einen Bodenoffensive gestartet, die bis zum Hauptquartier der PLO in
Beirut sich ausweitete. Die frisch erhaltenen AH-1F
“Tsefa” der IAF wurden während der
“Operation Peace for Galilee“ als Speerspitze
genutzt und zerstörten vor der Luftoffensive
FLAB-Radarstationen. Zudem vernichteten sie syrische
Panzerverbände, FLAK-Stellungen und Befestigungen im
Südlibanon auf ihrem Vorstoss nach Beirut. So konnten die
israelischen Tsefa´s mit ihren TOW-PAL unzählige
Schützenpanzer sowie die neusten T-72 Kampfpanzer der
eingreifenden syrischen Armee vernichten. Hauptsächlich
begleiteten sie jedoch die mechanisierten Verbände der
israelischen Armee. Hierbei wurden 2 Tsefa´s durch FLAK
beschädigt und stürzten ab.

Bell
AH-1G "Tsefa" der israelischen Luftwaffe nach einer Modifizierung mit
TOW-PAL<o:p></o:p>
1983
USA
/ Grenada (Urgent
Fury)<o:p></o:p>
Auch
bei der relativ kleinen Invasion der Insel Grenada flogen vier AH-1T
“SeaCobra“ des USMC
Kampfeinsätze. Trotz des sehr leicht bewaffneten Gegners,
wurden zwei AH-1T von den Streitkräften Grenadas abgeschossen.<o:p></o:p><o:p></o:p>
1991 USA
/ Irak (Desert
Storm)<o:p></o:p>
Bei der Operation Desert Storm konnte
das USMC insgesamt 78 SuperCobras und SeaCobra´s zum Einsatz bringen,
wobei lediglich ein Verlust ohne Feindeinwirkung hingenommen werden
musste. Mit dem feinen Sand und der Hitze hatten die Cobras keine
Probleme, da sie für den Einsatz auf See gegen Salzwasser wasserdicht
versiegelt sind und zudem in den Lufteinlässen über Sandfilter
verfügen. Als die Operation Desert Storm mit Luftangriffen am
17.01.1991 begannen, waren 78 Cobras des USMC stationiert. Genauer
waren es 45 AH-1W, 33 AH-1T sowie einige AH-1J, wovon 39 von FOB und 39
von Schiffen her 1273 Einsätze flogen.

Eine
AH-1W "Supercobra" des USMC noch mit einem Paar TOW-PAL anstelle der
üblichen Hellfire
1992
USA / Somalia (Restore
Hope)<o:p></o:p>
Mit
der im Dezember gestarteten „Operation Restore
Hope“ der
UNOSOM-Mission, landeten auch AH-1W des USMC in Mogadischu. Mit 5 AH-1W
griff
das USMC das Hauptquartier von General Aidid, einem Warlord, an. Zuerst
wurde
das Gebäude mit TOW-LW beschossen und danach landeten
SF-Truppen auf dem Dach
und vernichteten die überlebenden Kader des Warlords.
Angeblich soll dabei etlicher
Kolateralschaden entstand sein, weswegen sich die Stimmung gegen die
UNOSOM wendete
und diese 1994 abzog. <o:p></o:p>
1994 USA / Haiti
Bei
der Invasion von Haiti im Jahre 1994 unterstütze das USMC die
U.S.-Truppen mit AH-1W von Hubschrauberträgern aus. Ob es
dabei zu Kämpfen kam,
ist dem Autor nicht bekannt.<o:p></o:p>
2001 USA
/ Afghanistan
(Enduring Freedom)
Die
AH-1W des USMC haben auch hier wieder ihren Platz zuvorderst an der
Front gefunden. Hierbei stellte sich schnell heraus, dass grosse
Höhe, Sand und
unzureichende Sensorik der Cobra zu schaffen machen.
2003 USA
/ Irak (Iraqi
Liberation)
Auch
im immer noch währenden Einsatz der Koalitionskräfte
im besetzten Irak
kommen AH-1W SuperCobras zum Einsatz. Zuallererst bei den kurzen
Kämpfen zur
Eroberung des Iraks. Seither ist es den von den USA
angeführten Truppen trotz
Wahlen und neuer Regierung immer noch nicht gelungen, das Land zu
befrieden. Die
hauptsächlich vom Iran unterstützen
schiitischen Terrorgruppen können sich vor allem im
Süden des Landes und in
Bagdad behaupten. Die AH-1W
des USMC leisten von vorgeschobenen Flugfeldern aus
Unterstützung von Konvois oder bei
Search-and-Destroy-Aktionen. Trotz
modernster Technik haben die Cobras immer noch keine
Möglichkeit zwischen
Zivilbevölkerung und den zivil agierenden Terroristen zu
unterscheiden,
geschweige denn diese in Gebäuden zu erfassen. Zudem
entwickeln die Terroristen
neue Taktiken und beschiessen die Hubschrauber mit
Panzerabwehrlenkwaffen,
welche nicht durch Leuchtfackeln oder EKF-Störgeräte
beeinträchtigt werden.
2006 Israel /
Libanon (2.
Libanonkrieg- Operation „vergossenes Blei“)<o:p></o:p>
In
den 90er-Jahren und danach wurden Cobras vermehrt eingesetzt um
palästinensische Terroristen gezielt auszuschalten. Dazu waren
die Cobras mit
den sehr genau verschiessbaren TOWs hervorragend geeignet. Mit dem
TOW-Zielgerät konnte das Ziel am Schluss von Hand angesteuert
werden. Beim
Apache ergab es mit der Laserzielbeleuchtung und den reflektierenden
Scheiben
Probleme beim
gezielten Schuss in einen
Raum. Für die meisten Missionen wird heutzutage lediglich eine
Bewaffnung aus
je 2 TOW unter den Stummelflügeln und der Bordkanone
eingesetzt, da die
ungelenkten Raketen in urbanen Gebieten nicht präzise
eingesetzt werden können
und die Agilität bei höherer Zuladung leidet. Die
Einsätze über Städten im Gaza
und im Libanon erforderte eine neue Taktik, da es in
Häuserschluchten
kompliziertes ist als auf offenem Feld. So bezog vor dem Angriff eine
Drohne
Stellung über dem Zielgebiet, die Operators markierten das
Ziel, jedes Haus
erhielt einen vierstelligen Code und später flogen zwei Tzefas
ein um das Ziel
zu bekämpfen. Die Aufteilung der Missionen war einfach, Tzefas
bekämpften
Gebäude und AH-64D´s bewegliche Ziele. Dabei
bemerkten die Piloten, dass die
TOW besser geeignet waren, das sie mehr Sprengkraft hatten als die
Hellfire,
doch die Insassen eines Raumes doch nicht alle vernichtete, weswegen
mehrere
TOW´s verschossen werden mussten. Wenn immer möglich
war angeordnet, hoch zu
fliegen, ausser im Endanflug, um Beschüsse zu vermeiden.

AH-1E "Tsefa" mit den charakteristisch flachen
Cockpitscheiben
2.4. Produktion und
Weiterentwicklung
Die erste Serienausführung der Cobra ist am 7. April 1966 von der U.S.
Army als Interimslösung für die erst in den 70er-Jahren lieferbare
Lockheed AH-56 Cheyenne ausgewählt worden. Neu war allerdings der
schmale Bug, welcher die Cobra doppelt so schnell wie die UH-1B
„Gunships“ machte. Nachdem am 15.10.1966 die Bell 209 bzw. die YAH-1G
ihren Erstflug erfolgreich beendete, gab das Verteidigungsdepartement
(DOD) Bell Helicopter, Inc. (BHI) die ersten Aufträge zur Produktion
von bis Ende 1973 insgesamt 1116 AH-1G Hubschraubern alleine für die
U.S. Army. Diese hatten über 1 Millionen Flugstunden in Vietnam Dienst
geleistet. Insgesamt wurden schlussendlich über 2700 Maschinen für
militärische Abnehmer hergestellt. Im Juni 1967 wurden die ersten AH-1G
“HueyCobra´s” geliefert. Zu Beginn sollte die Bezeichnung UH-1H
verwendet werden, um die Nähe zur UH-1 „Huey“ aufzuzeigen, doch mit
einer Reform wurden die Cobras danach zu AH-1G. Für das USMC wurde auf
deren Wunsch hin eine zweiturbinige Variante, die SeaCobra, entwickelt.
Um auch schwere Waffenlasten tragen zu können wurde daraus die AH-1T
entwickelt. Diese Version war nun endlich allwettertauglich mit
WBG/FLIR, Doppler, HUD und Flugmesssonde etc. Über dem Ziel hat die
HueyCobra eine dreimal so lange Verweildauer wie eine UH-1B. Des
Weiteren besitzt die Zelle Stummelflügel, welche den Rotor beim
Marschflug unterstützen und die externen Waffen tragen. Die Waffen sind
dort an (vier Universal Wing Storage Stations oder BRU-21) Aufhängungen
befestigt und können im Notfall vor einem Absturz symmetrisch oder alle
auf einmal abgeworfen werden. Im Bug befindet sich unterhalb der Nase
ein Kinnturm, welcher die Bordkanone beinhaltet.
2.5. Verwendung
Die Hubschrauber
werden als
leichter Begleit- und Kampfhubschrauber sowie als Panzerjäger
eingesetzt.
Aufgrund der relativ simplen Bauweise, welche auf viele bereits
erprobte
Komponenten der UH-1 „Huey“ zurückgreift,
ist er günstiger und einfacher zu
warten als ein AH-64 „Apache“. Für
Einsätze von Schiffen aus wird er zudem
bevorzugt, da sie auf Schiffen dank des schmalen Rumpfes sehr wenig
Platz
belegen. Dank der schmalen und gedrungenen Silhouette von vorne ist sie
als
Ziel schwerer zu erfassen, was ihre Überlebenschancen
steigert. Beim USMC wird
die SuperCobra vorwiegend für Luftnahunterstützung,
bewaffnete Eskorte von
Transporthubschraubern und Landezonensicherung bei amphibischen
Landungen
verwendet. Zudem kommt noch die bewaffnete Aufklärung,
Zielmarkierung für
Kampfflugzeuge.
2.6. Entwicklungschronik - eine
Zeitachse


Modell
209
Entwicklungsgeschichte
AH-1E „Cobra“
(siehe AH-1S „Cobra“ Step 2)<o:p></o:p>
AH-1F „Cobra“ (siehe
AH-1S „Cobra“ Step 3)
AH-1G "HueyCobra"
Geschichte<o:p></o:p>
Die
ersten beiden Vorserienmaschinen
der Cobra sind am 7. April 1966 von der U.S. Army bestellt worden.
Bereits im
August 1967 erreichten die ersten HueyCobras die U.S. Truppen zur
Unterstützung
der Südvietnamesischen Armee. Im Vietnamkrieg hat die U.S.
Army 157HueyCobras
durch FLAK, 4 durch FLARAK und 12 durch Angriffe auf Flugfelder als
Totalverlust
durch Feindeinwirkung und 109 durch Unfälle abgeschrieben. Das
USMC hatte in
derselben Periode 10 Cobras verloren. Die meisten wurden jedoch
marginal
beschädigt, danach repariert und wieder in Betrieb genommen.
Als Hauptaufgabe
fungierte die HueyCobras damals als luftmobile Artillerie, bewaffnete
Eskorte
und bewaffnete Aufklärung. Es stellte sich bald heraus, dass
der M64-Turm auch
in Verbindung mit 2 M18-Behältern nicht genug Feuerkraft
lieferte. Bei den
schlagkräftigen ungelenkten FFAR-Raketen war das Problem, dass
bei Vorführungen
die hochprofessionellen Army-Instruktoren diese punktgenau verfeuern
konnten,
die ungeübten Army-Piloten jedoch lediglich das
Gelände umpflügten. Nachts
konnten im Verbund mit UH-1 Hueys, welche seitlich einen
Scheinwerferbündel
hatte, immer noch Ziele bekämpfen. In der Regel blieben die
HueyCobras aber bei
schlechtem Wetter und nachts am Boden.<o:p></o:p>
Bezeichnungen<o:p></o:p>
Einige
Bell UH-1B „Huey“ wurden für
Begleitschutzaufgaben schwer bewaffnet und deswegen auch
„Cobra“ genannt
wurden. Dies hatten die Ingenieure von Bell aufgeschnappt und den Namen
entgegen der Army-Regeln nicht von einem Indianerstamm hergeleitet. Da
der Army
sozusagen eine neue Version der UH-1 schmackhaft gemacht werden sollte,
anstatt
eines neuen Typs, wurde sie ursprüngliche als
UH-1H„HueyCobra“ bezeichnet und
erst nach Anlauf der Serienfertigung in AH-1G umbenannt.<o:p></o:p>
Struktur
Die
AH-1G hatte im Gegensatz zum Prototypen ein festes Kufenlandegestell,
und der Heckrotor wurde im Laufe der Produktion nach links verlegt. Die
untere
Heckflosse des Heckleitwerkes wurde ebenfalls wegelassen. Die rundum
verglaste
und oben abgerundete Kabinenhabe mit Panoramasicht aus ungepanzertem
Sicherheitsglas
sorgte für einen unangenehmen Treibhauseffekt. Deswegen waren
die ersten
gelieferten AH-1G mit Ventilationsdüsen ausgerüstet.
Doch in den tropischen
Gebieten von Südostasien waren diese unzureichend. Deswegen
bauten die
Werkstätten in Vietnam eine Klimaanlage, die "environmental
control unit
(ECU)" genannt wurde gebastelt, die später in die
Serienproduktion
einfloss. Die „Treibhausverglasung“ stellte die
höchste Infrarotsignatur des
Helikopters dar, sogar die heissen Treibwerksabgase zogen IR-LW weniger
an.
Zudem wurde der Heckrotor bei der späten AH-1G aus
Stabilitätsgründen statt wie
bei der UH-1C auf der linken Seite auf die rechte Seite verlegt,
ansonsten
wurde beinahe der gesamte Heckbereich wurde von der UH-1C
„Huey“ übernommen.
Der Pilot sitzt tandemartig, leicht überhöht in einem
gepanzerten Sitz hinter
dem CPG (Cobra Pilot Gunner oder Bordschütze). Jener bedient
primär die
Bordkanone und die externen Waffen. Notfalls können die
Besatzungsmitglieder
auch jeweilig die Aufgabe des andern übernehmen,
wofür beide Cockpits mit den
grundlegenden Anzeigen, Steuerknüppel und Kollektiv
ausgerüstet sind. Bei der
frühen Version waren zwei Landelichter in der Plexiglasnase
untergebracht, bei
der späten Version konnte ein Landescheinwerfer unterhalb der
Nase ausgeklappt
werden. Die
stromlinienförmige Zelle
wurde aus Aluminium mit Wabenstruktur gefertigt und besitzt zahlreiche
Zugänge
ins Innere, um die Wartung zu erleichtern. Eines der markantesten
Merkmale des
Cobra ist die geringe Breite der Zelle. Die Zelle ist auf Höhe
des Cockpits nur
99 cm breit, womit die gefährdete Silhouette bei
Frontalbeschuss gering
gehalten wurde. Damit ist die Cobra 1/3 so breit wie eine UH-1B
„Huey“.
Produktion
Es
wurden bei Bell in Forth Worth
zwischen 1966 und 1971 insgesamt 1124 Exemplare für die U.S.
Army gefertigt.
Die Bestellungen erfolgten wie folgt:
1966:
110 AH-1G
früh (Block 1)
Seriennummern
66-15248 bis 66-15357
1967:
420 AH-1G
früh (Block 2)
Seriennummern
67-15450 bis 67-15869
1968:
308 AH-1G
früh (Block 3)
Seriennummern
68-15000 bis 68-17113
1969:
38 AH-1G
früh (Block 4)
Seriennummern
69-16410 bis 69-16447
1970:
174 AH-1G
spät (Block 5)
Seriennummern
70-15936 bis 70-16105
1971:
70 AH-1G
spät (Block 6)
Seriennummern
71-15090 bis 71-21052
1972:
4 AH-1G
spät (Block 7)
Seriennummern
72-21461 bis 72-21464
Selbstschutzsysteme
Mechanische Schutzsysteme<o:p></o:p>
-Kabelschneider
über der Pilotenkanzel und unter Munitionsstaufach (nur AH-1S
Step 3,W,Z)<o:p></o:p>
-Infrarotabstrahlung
unterdrückenden Anstrich der Aussenhaut (AH-1W,Z)<o:p></o:p><o:p></o:p>
<o:p></o:p>Triebwerksabgasumleiter<o:p></o:p>
Nachdem
1972 in der Frühjahroffensive Nordvietnamesen mit 9K32
“стрела“
(SA-7) Fliegerabwehrlenkwaffen Hubschrauber
abschossen, verbesserte man die IR-Signatur. Am Triebwerksauslass
befestigte
man einen so genannten "sugar scoop" (oder "sugar bowl")
Triebwerksabgasumleiter, der mit seiner
toilettenschüsselähnlichen Form und
einer wärmedämmenden Verkleidung aus Asbest- und
Metallschichten die heissen
Abgase in den Hauptrotor umlenkte, wo die Abgase mit Umgebungsluft
vermischt
und zerstreut wurden. (AH-1G bis AH-1S Step 2)<o:p></o:p>
-Triebwerksabgas-IR-Kühler;
längere Abgasöffnung zur IR-Signatur-Verringerung
(nur AH-1S Step 3)<o:p></o:p><o:p></o:p>
Störgeräte
-AN/ALQ-144
Infrarotstörgerät (nur AH-1J,S Step 3,T,W)<o:p></o:p>
-AN/ALQ-144A(V)3
Infrarotstörgerät von BAE Systems (nur AH-1Z)<o:p></o:p><o:p></o:p>
<o:p></o:p>Sensoren<o:p></o:p>
-AN/APR-39A(V2)
RWR von Lockheed Martin (nur AH-1W,Z)<o:p></o:p>
-AN/APR-39
RWR
(nur AH-1S Step 3)<o:p></o:p>
-AN/ALQ-211
SIRCM (nur AH-1Z)<o:p></o:p>
-AN/AVR-2
LWR von Goodrich (nur AH-1S Step 3, W,Z)<o:p></o:p>
-AN/AAR-47
MWU Raketenanflugswarner von BAE Systems (nur AH-1Z)<o:p></o:p>
<o:p> </o:p>
Täuschkörperwerfer<o:p></o:p>
-ALE-47
Täuschkörperwerfer von BAE
Systems für 30 Chaff / Flare-Täuschkörper
(AH-1T,W 2x, AH-1Z 4x)<o:p></o:p>
-SUU-44
Täuschkörperwerfer (nur AH-1T)
-M130
Täuschkörperwerfer (nur AH-1J,S
Step 2,P) Erstmals
konnten auch zum Schutz vor feindlichen IR-Suchenden-Raketen vom Cobra
eingesetzt werden. Er fasst 30 M206-Leuchtfakel-Treibsätze
(1“ x 1“) oder 30
RR-170A/AL -Düppel-Treibsätze (1“ x
1“).
Waffenzielsysteme
AH-1G
und AH-1J
M73
einklappbares pantografisches
optisches Reflexvisier als Zielhilfe für alle Waffen (hintere
Pilotenkanzel)
AN/AYG
Ballistics Computer Set: Das
Computersystem kompensiert für den Kinnturm die
Flugzeugbewegung,
Windeinflüsse, Maschinenabsacken und Zielbewegungen.
AH-1P bis AH-1S
-Telescopic Sight Unit (TSU)
in der Nase installierte XM26 TSU (Telescopic Sight Unit), das
Zielsystem für die TOW, zur Ausstattung. Ab der AH-1S mit
C-NITE
- M128 helmet sight subsystem (HSS).
- M136 HSS (Helmet Sight Subsystem) integriert
-RMS (Rocket management system)
AH-1F
M26 FCC (Fire Control Computer) (Hersteller: Teledyne Systems)
M65 TOW/Cobra missile system
-M76 Head-Up Display (HUD) (:
Kaiser)
AH-1F
M36 Helmsichtvisier HSS (Helmet Sight Subsystem)
M138 Raketensteuergerät (Rocket Management Subsystem)
M143 Air Data Subsystem (ADS)
M147 Rocket Management Subsystem (RMS)
-AN/AAS-32 Laserzielgerät (Hersteller: Rockwell)
BAGSE (Boresight Assembly Ground Support Equipment)
-C-NITE-System (Cobra Night Attack)
-FACTS (FLIR Augmented Cobra TOW Sight) Zielsysteme
LAAT (Laser Augmented Airborne TOW) wahlweise
-TSU (Telescopic Sight Unit)
<o:p>
</o:p>
<o:p></o:p>
<o:p></o:p>
AH-1W
-Night Targeting Systems (NTS)
Taman/Kollsman reported NTS
(Night Targeting System)
-Modifikation des M65 TOW Zielsystem
mit FLIR
-Laserentfernungsmesser und
–zielmarkierer
-TV-Optik
-Videorekorder
AH-1Z
-AN/AAQ-30 Hawkeye TASS (Target
Sighting System) oder NTS (Nasenturm
mit FLIR der 3. Generation, automatischer Merfachzielverfolger,
digitales RLV-verstärkte farb-TV-Optik, Laserentfernungsmesser
und ein augensicherer Laserzielmarkierer, Reichweite 4-8 km, Hersteller
Tamam IAI / Kollsman)
-TopOwl-Helm mit Zielzuweisung
-Millimeterwellenradar in POD auf
linkem Stummelfügelende
-Waffenaufhängungs-Verwaltungs und
Kontrollsystem
-digitale MK-Turm Rechner für
Luft-Luft /Luft-Boden-Balistik
-Cobra Radar System (CRS)
Das MMW-Radar (Milimeter Wave) des
Boeing AH-64D „Longbow
Apache“ ist in einer am Pylonen befestigten Version CRS zur
Verfügung gestellt worden. Das Radarsystem sucht automatisch,
erfasst Ziele, klassifiziert diese und priorisiert mehrere mobile und
stationäre Ziele an Land und in der Luft. Mobile Ziele
können in bis zu 8km Entfernung erfasst werden,
stationäre Ziele in bis zu 4km Entfernung. Dies auch bei
schlechtem Wetter und Gefechtsfeldvernebelung. Die Zielposition ist
unmittelbar nach Erfassung erhältlich und kann per Data-Link
an befreundete Maschinen oder Kontrollzentren weitergeleitet werden.
Ebenso können die AGM-114L RF Hellfire LW die Daten erhalten
und dann nach dem „fire-and-forget“-System
verschossen werden. Dank der hohen Automation erhöht es die
Übersicht der Besatzung. Mit dem CRS können auch
küstennahe Ziele nach dem Überfliegen noch mit
AGM-114 und bekämpft werden. Das CRS kann an den
Flügelenden oder an den Aufhängestationen montiert
werden.
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